Dritter Vortrag

GA 240/1924-08-21/p037 ·1924-08-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Aber da trat etwas sehr Bedeutsames ein in der Zwischenzeit. Diejenigen, die die Lehrer von Chartres waren, und alle, die dazu gehörten, trafen, als sie eben durch die Pforte des Todes gegangen waren, hinaufgestiegen waren in die geistige Welt, mit denen zusammen, die sich gerade vorbereiteten, um herunterzusteigen in die physische Welt, und die gemäß ihrem Karma dazumal hinstrebten zu dem vorzugsweise den Aristotelismus und Alexandrinismus pflegenden Dominikaner-Orden. Also mit diesen sich für den Herunterstieg vorbereitenden Seelen trafen sie zusammen. Und wenn ich in heutigen trivialen Worten sprechen soll, so möchte ich sagen, es fand da statt an der Zeitenwende zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert, im Beginn des 13. Jahrhunderts, eine Art von Besprechung zwischen den eben angekommenen und den herabsteigenden Seelen. Und in dieser Besprechung fand statt der große Ausgleich, indem vereinigt werden sollte das Wirken des Sonnenchristentums, wie es sich zum Beispiel im Gralsprinzip offenbart, wie es sich dann auch in den Lehren von Chartres offenbart, mit dem, was Aristotelismus, Alexandrinismus war. Und die Alexandriner stiegen herunter, begründeten die heute gar nicht genug gewürdigte, geistig bedeutsame Scholastik, innerhalb der erkämpft wurde das, was nur zunächst durch das Radikale eines Extrems erkämpft werden konnte: die Einsicht in die persönliche Unsterblichkeit des Menschen im christlichen Sinn, diese persönliche Unsterblichkeit, die die Lehrer von Chartres nicht so streng vertraten. Sie hatten durchaus noch etwas von dem in sich, daß sie sagten: Die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes geht, kehrt in den Schoß des Göttlichen zurück. Sie sprachen viel weniger von der persönlichen, individuellen Unsterblichkeit als die Dominikanerlehrer, die Scholastiker.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/240/1924-08-21/p037.json
Cite: GA 240/1924-08-21/p037 · edition original