Initiationserkenntnisse

GA 243/1924-08-16/p019 ·1924-08-16 · original (original)
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Beides muß man haben als Initiat. Läßt man sich nur gehen, so ist es nicht gut. Nimmt man sich philisterhaft durch seinen Intellekt in die Hand und will alles ausdenken, ist es auch wieder nicht gut. Man muß beides harmonisch ineinander verweben können. Man muß sozusagen auf der einen Seite die Anlage haben, ein rechter Träumer werden zu können, und zugleich immer die Möglichkeit, keiner zu werden. Im Status nascendi muß man immer die Möglichkeit in der Seele haben, in alles mögliche Beweglich-Phantasievolle aufzusteigen. Immer wiederum muß man, indem dieser Status eintritt, die Möglichkeit haben, sich ganz in innerer Haltung in der Hand zu haben. Man muß zugleich die Fähigkeit haben, ein phantasievoller Dichter sein zu können, und man muß die Fähigkeit haben, dem nicht nachgeben zu brauchen. Man muß sozusagen in jedem Momente, wo man erkennen will, auch die Möglichkeit haben, ein Drama, ein lyrisches Gedicht, alles mögliche zu schaffen. Aber man muß stoppen können dieses in die Phantasie Gehende und sich halten können bei jenen Kräften, die sonst nur im nüchternsten Leben ihre Bedeutung haben. Dann kommt man nicht in die Phantasie hinein, sondern in die geistige Wirklichkeit.

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Cite: GA 243/1924-08-16/p019 · edition original