Initiationserkenntnisse

GA 243/1924-08-16/p020 ·1924-08-16 · original (original)
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Auf diese innere Seelenverfassung kommt ungeheuer viel an bei der wirklichen Geistesschau. Daher ist es schon so, daß, wenn man auf der einen Seite den verständnisvollen Blick hinrichtet auf das Traumbewußtsein und es versteht als dasjenige, was chaotische Bilder aus der geistigen Welt heraufbringt, man auf der anderen Seite weiß, daß nun die ganze Kraft der Persönlichkeit hinein muß in diejenige Kraft der Seele, die sonst nur träumt, um geistige Erkenntnis zu haben. Dann erst bekommt man einen Begriff von dem, was es heißt, in die geistige Welt hineinzukommen. Ich sage, das Traumbewußtsein bringt das Geistige herauf. Es könnte scheinbar im Widerspruch stehen mit dem, daß das Traumbewußstsein ja auch Bilder aus dem Leibesleben heraufbringt. Aber der Leib ist nicht bloß leiblich, der Leib ist überall von Geistigkeit durchzogen. Und wenn einer davon träumt, daß eine vorzüglich duftende, Wohlgeschmack versprechende Mahlzeit vor ihm steht, und er eben daran geht - im Traume, meine ich -, diese Mahlzeit zu verzehren, trotzdem er nicht auch nur das Zehntel von dem in der Tasche hat an Geld, was diese Mahlzeit kosten würde, dann ist es so, daß in dem Symbol der Mahlzeit dennoch die wirklichen geistigen astralischen Inhalte der Verdauungsorgane sich im Bilde vor ihn hinstellen. Es ist doch im Traume immer der Geist, wenn es auch der Geist ist, der im Leiblichen sitzt. Der Traum bringt immer Geistiges herauf, aber eben sehr häufig das Geistige, das im Leiblichen sitzt. Das muß man erkennen.

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Cite: GA 243/1924-08-16/p020 · edition original