Einflüsse des außerirdischen Kosmos auf das menschliche Bewußtsein
Das Merkwürdige aber war dieses: Die beiden Gelehrten waren verheiratet - es waren damals in der noch verhältnismäßig kleinen Universitätsstadt, die allerdings eine der großen Städte Deutschlands ist, noch patriarchalische Verhältnisse -, es war damals so, daß die Frauen das Regenwasser sammelten, weil sie meinten, daß das ganz besonders gut zum Wäschewaschen ist. Nun gab es also eine Frau Professor Fechner und eine Frau Professor Schleiden. Und es kam dahin, daß sich in dieser Frage nicht nur die beiden Professoren unterhielten, sondern daß auch die Frauen hinter diese Frage kamen. Und siehe da, der Professor Fechner sagte zu seiner Frau: Nun ja, der Professor Schleiden glaubt ja nicht, daß die Mondenphasen Einfluß auf die Regenmenge haben; also sag’ einfach du, du willst diese Mondenphasen benutzen, um das Regenwasser zu sammeln, und die Frau Professor Schleiden kann ja dann nach dir in einer anderen Phase das Regenwasser sammeln; da der Professor Schleiden nicht daran glaubt, daß die Mondenphasen Einfluß haben, so kann ja gar nichts dagegen einzuwenden sein. — Aber siehe da, die Frau Professor Schleiden wollte der Frau Professor Fechner diejenige Mondenphase nicht überlassen, von der ihr Mann nicht glaubte, daß in ihr mehr Regenwasser komme! Also es gab einen sehr netten Universitäts-Familienstreit über diese Sache. Aber er hat ja einen wissenschaftlichen Hintergrund. Und wenn wir, aber mit mehr geisteswissenschaftlichen Mitteln, an solche Wirkungen herangehen, dann kommen wir schon darauf, daß tatsächlich nicht bloß im Aberglauben, sondern in wirklich wissenschaftlicher Weise von starken Mondenwirkungen ebenso gesprochen werden kann wie von Sonnenwirkungen.
Cite:
GA 243/1924-08-21/p008 · edition original