Philosophie und Theosophie

GA 246/1908-08-17/p003 ·1908-08-17 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Nachdem wir eine lange Reihe von rein theosophischen Vorträgen hinter uns haben, wollen wir heute einmal sozusagen aus einem anderen Ton heraus sprechen, [einmal von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus reden, nämlich mehr vom philosophischen]. Daher bitte ich Sie, von vornherein darauf Rücksicht nehmen zu wollen, dass der heutige Vortrag nicht im eigentlichen Sinne theosophisch ist, und dass der rein philosophische Ton, der angeschlagen werden muss, für manchen, der nicht gewöhnt ist, sich in solchen Denkrichtungen zu bewegen, etwas abstrakt und schwierig erscheinen kann. Es geschieht das aus einem ganz bestimmten Grunde; es geschieht, weil immer wieder und wieder, und gerade in denjenigen Kreisen, die eine gewisse philosophische Bildung haben oder zu haben glauben, die Meinung auftauchen muss (ich wähle ausdrücklich das Wort «muss»), Theosophie sei eigentlich nur zu billigen von Menschen, welche es in philosophischen oder wissenschaftlichen Dingen über einen gewissen Dilettantismus nicht hinausgebracht haben. Derjenige aber, so könnte man leicht in diesen Kreisen denken, der eine gründliche philosophische Bildung hat, der kennengelernt hat, welches die Grundlagen einer wissenschaftlichen Sicherheit und Überzeugung sind, der könne sich mit all der Phantasterei, mit all dem, was einem da als angeblich höhere Erfahrung entgegentritt, eigentlich gar nicht befassen; das sei etwas für solche, die noch nicht reif für wissenschaftliches Denken sind. Um nun zu erkennen, was cs eigentlich mit einem solchen Urteil auf sich hat, wollen wir uns sozusagen die philosophische Betätigung selbst einmal anschauen. Natürlich kann das heute nur ganz kurz geschehen, nur in Andeutungen [und skizzenhaft, denn streng und ausführlich bewiesen]; aber wenn wir einmal Gelegenheit haben werden, ausführlicher über solche Dinge zu sprechen, dann werden Sie sehen, dass diese Andeutungen aus einem großen [und wahrhaftigen] Zusammenhange herausgenommen sind [, was bei genauerer Prüfung leicht ersichtlich ist].

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