Philosophie und Theosophie

GA 246/1908-08-17/p005 ·1908-08-17 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Allerdings haben einige neuere Philosophie-Geschichtsschreiber, die ganz besonders vollständig und ganz besonders gescheit sein wollten, den Anfang der Philosophie in noch frühere Zeiten verlegt und allerlei aus früheren Weisheitslehren hereingezogen. Aber das ist alles entsprungen aus einer ganz bestimmten Form des Dilettantismus, der nicht weiß, dass alles, was in Indien, Ägypten und Chaldäa an Weisheitslehren vorangegangen ist, auch methodisch einen ganz anderen Ursprung hat als das rein philosophische, dem Spekulativen zuneigende Denken. Dieses hat sich erst in der griechischen Welt entwickelt; und der Erste, welcher da in Betracht kommt, ist wirklich erst Thales. Wir brauchen gar nicht erst eine Charakteristik der verschiedenen griechischen Philosophen von Thales ab, nicht von Anaxagoras, Heraklit, Anaximenes , auch nicht von Sokrates und Platon; wir können gleich anknüpfen an diejenige Persönlichkeit, die eigentlich zu allererst als der Philosoph katexochen dasteht, und das ist Aristoteles.

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