Philosophie und Theosophie

GA 246/1908-08-17/p012 ·1908-08-17 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Die Frühscholastik ist nicht das, als was man sie gewöhnlich heute mit einem Schlagwort charakterisieren möchte; sie ist im Gegenteil Monismus, Einheitslehre - nicht im Entferntesten ist sie dualistischer Natur. Der Urgrund der Welt ist für sie ein durchaus einheitlicher; nur hat der Scholastiker in Bezug auf das Erschauen dieses Urgrundes eine bestimmte Empfindung. Er sagt: Es gibt ein gewisses übersinnliches Wahrheitsgut, ein Weisheitsgut, das zunächst der Menschheit offenbart worden ist; das menschliche Denken mit all seiner Technik ist nicht so weit, um aus sich selbst in die Regionen zu dringen, deren Wesenheit der Inhalt der höchsten geoffenbarten Weisheit [ist]. Daher besteht für den Früh-Scholastiker ein gewisses Weisheitsgut, das zunächst der Denktechnik nicht zugänglich ist [; indessen reicht diese doch bis hart an die Grenze jener Offenbarungen]. - Nur insofern ist es ihr zugänglich, als der Gedanke imstande ist, das, was geoffenbart wurde, zu verdeutlichen.

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