Philosophie und Theosophie

GA 246/1908-08-17/p023 ·1908-08-17 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Einen letzten Ausdruck hat diese Kluft in einem Philosophen gefunden, unter dessen Einfluss sich das neunzehnte Jahrhundert in einem Netz gefangen hat, aus dem es schwer wieder herauskommen kann: in Kant. Er ist im Grunde genommen der letzte Ausläufer jener durch den mittelalterlichen Riss hervorgebrachten Spaltung. Er trennt streng den Glauben und dasjenige, was der Mensch durch das Wissen erreichen kann. [Er unternahm eine völlige Trennung rein theoretischer und praktischer Vernunft, wobei letztere durchaus auf dem bloßen Glaubensstandpunkt steht, während in der theoretischen Vernunft nur denktechnische Dinge eine Rolle spielen, die aber niemals zur Wirklichkeit und Wesenheit, zum «Ding an sich» gelangen können. Der Mensch bleibt immer im Subjektiven stecken, an das wahrhaft objektive Denken kann er nicht herantreten. Das ist der Fundamentalirrtum der Kant’sehen Philosophie.]

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Cite: GA 246/1908-08-17/p023 · edition original