Philosophie und Theosophie

GA 246/1908-08-17/p034 ·1908-08-17 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Es gibt auch in unserer Zeit allerdings noch Persönlichkeiten, die ein richtiges Verständnis haben für Aristoteles. Vinzenz Knauer, der in den Achtzigerjahren des neunzehnten Jahrhunderts in Wien Universitätsdozent war, hat seinen Hörern den Unterschied zwischen Materie und Form und auf was es dabei ankommt, gewöhnlich durch eine Illustration klargemacht, über die man vielleicht spotten mag. Er sagte, man solle sich einmal denken, wie ein Wolf, der einige Zeit seines Lebens lauter Lämmer gefressen hat, wie der sich dann eigentlich aus der Materie der Lämmer zusammensetzt - und doch wird der Wolf niemals ein Lamm! Das gibt, wenn man es nur richtig verfolgt, den Unterschied zwischen Materie und Form. Ist der Wolf ein Wolf durch Materie? Nein! Seine Wesenheit hat er eingeimpft durch die Form - wir finden sie nicht nur bei diesem Wolf, sondern bei allen Wölfen. So finden wir die Form durch einen Begriff, der, im Gegensatz zu dem, was die Sinne im Einzelnen erfassen, etwas Universelles ist.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/246/1908-08-17/p034.json
Cite: GA 246/1908-08-17/p034 · edition original