Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit II

GA 246/1911-06-06/p023 ·1911-06-06 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Das Durchgehen durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen muss einen Sinn haben. Wir sind in der Vergangenheit durch aufeinanderfolgende Inkarnationen geschritten; wir werden weiterschreiten, wenn die Erde in ihrer Entwicklung vorwärts geht durch folgende Inkarnationen. Dann wird einmal der Zeitpunkt kommen, wo die Erde am Ende ihrer Laufbahn angelangt sein wird, wo der Rest des Erdplaneten abfallen wird von allen Menschenseelen, wie der menschliche Leib mit dem Tode abfällt, wenn die Menschenseele, um weiterzuleben, eintritt in ein geistiges Reich, um das Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt zu führen. Und da kann uns als höchstes Ideal erscheinen, dass wir es dann so weit gebracht haben durch alle die Lehren und durch die Arbeit unserer Inkarnationen, dass dasjenige bewusst wird, das uns den ganzen Leib und unsern ganzen Menschen beherrschen gelehrt hat, was in den ersten Kindheitsjahren in den Leib hereinwirkt, sodass wir uns dadurch erst zum Menschen machen. Das ist ja unser höchstes Ideal, dass wir lernen, uns so zu ganzen Menschen zu machen, wie wir es können in den ersten Lebensjahren unter der Hilfe, der Kraft der geistigen Hierarchien unbewusst. Dann tritt vor unsere Seele ein Gedanke, der uns erfüllt mit Demut - aber auch mit richtigem Bewusstsein von Menschenwürde, der Gedanke: Wir sind nicht allein. In uns lebt etwas, was uns immerdar den Beweis liefern kann: Wir können uns als Menschen über uns selbst erheben, zu etwas erheben, was jetzt schon über uns hinauswächst und was wachsen wird von Inkarnation zu Inkarnation mit uns; das lebt in uns, so wahr, als wir Menschen sind! - Das ist das real werdende Ideal in uns, das uns über uns selbst erheben wird. Immer bestimmtere und bestimmtere Gestalt kann dieser Gedanke annehmen und liefert uns dann etwas ungeheuer Beruhigendes und Erhebendes - aber auch eine entsprechende Demut und Bescheidenheit. - Was haben wir da in uns? Wahrhaftig einen höheren, einen göttlicheren Menschen, von dem wir lebendig fühlen können: Er ist in uns!

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Cite: GA 246/1911-06-06/p023 · edition original