Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit II
Dann kommt wohl leicht der Moment, wo wir uns im Leben sagen: Das Beste, was wir tun können, können wir dann tun, wenn wir uns mit allem, was in uns ist, was unsere Klugheit ist, was selbst unsere schon erreichte Moralität ist, so recht hingeben dem besseren Menschen, diesem besseren Menschen gegenüber hinopfern - und allen Stolz und alles, was wir an Überhebung in uns haben, abtilgen und abdämpfen gegenüber dem, was da in uns waltet! - Dann fühlen wir, dass da etwas in uns ist, was so recht in den ersten drei Kindheitsjahren lebt und uns zum Menschen macht. Und wir sind uns bewusst, wenn wir das überlegen, was jetzt gesagt worden ist: So, wie der Mensch heute ist, ist er unvollkommen und kann nicht das bewusst in sich tragen, was in den ersten Lebensjahren in ihm waltet; er muss sich erst vollkommener machen, damit er dasjenige bewusst in sich tragen kann, was jetzt in den ersten drei Kindheitsjahren unbewusst in ihm arbeitet.
Cite:
GA 246/1911-06-06/p024 · edition original