Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit II
Was erkennen wir aus den Naturgesetzen, wenn wir uns jetzt an das erinnern, was der Christus dann auch gesagt hat: Ich will für euch Menschen ein solches Ideal sein, das da im Geiste euch erfüllen lässt, was ihr sonst im Leiblichen erfüllt. - Was erfüllen wir in den drei ersten Jahren unseres Lebens im Leiblichen? Wir lernen gehen, physisch gehen aus dem Geiste heraus; das heißt, der Mensch weist sich seinen Weg aus dem Geiste heraus. Wir lernen sprechen, das heißt, die Wahrheit prägen aus dem Geiste heraus - oder mit anderen Worten: Der Mensch entwickelt das Wesen der Wahrheit aus dem Laute heraus in den ersten drei Jahren seines Lebens. Und das Leben, das der Mensch auf der Erde als Ich-Wesen lebt, das bekommt sein Lebensorgan durch das, was sich in den ersten drei Jahren der Kindheit ausbildet. So also lernen wir leiblich, ganz physisch mit unseren Beinen gehen. Den «Weg» lernen wir, lernen die «Wahrheit» und lernen das «Leben» in dem Geiste leben. Keine bessere Interpretation des Wortes «Wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein, könnt ihr nicht in die Reiche der Himmel kommen» könnte es geben. Kein tieferes Wort konnte die Ich-Wesenheit des Christus prägen - jenes selbe Ich, das drei Jahre im Leben weilte als: «Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!»
Cite:
GA 246/1911-06-06/p031 · edition original