Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit II
Es ist nicht gut, wenn man in der Geisteswissenschaft oder Theosophie oder überhaupt im Okkultismus viel definiert, viel in Begriffen redet. Besser ist es, wenn man charakterisiert und eine Empfindung hervorzurufen versucht von dem, was ist. Deshalb versuchte ich heute, eine Empfindung hervorzurufen von dem, was ist, was ist in den ersten drei Jahren unseres Lebens, eines jeden menschlichen Lebens, und was herauskommt, wenn wir uns das Leben beleuchten lassen von jenem Lichte, das ausstrahlt von dem Lichte des Kreuzes auf Golgatha. Denn dann erhalten wir eine Empfindung, ein Gefühl davon, wie ein Impuls durch die menschliche Evolution geht, von dem man mit Recht sagen kann, dass das paulinische Wort «Nicht ich, sondern der Christus in mir!» Wahrheit werden muss. Braucht man dazu auf irgendeine «positive» Urkunde zu schwören? Braucht man irgendein äußeres Dokument, um zu dieser Christus-Kraft zu kommen? Nein! Man braucht nur zu wissen, was der Mensch in Wahrheit ist. Daher ist nichts «positiv» Christliches in dieser Christus-Idee, wie sie die Theosophie hinstellt.
Cite:
GA 246/1911-06-06/p033 · edition original