{"corpus":"steiner","locus":"GA 246/1911-06-06/p036","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich glaube, es wird eine Zeit kommen, wo man sagen wird: Die, welche durch die Theosophie gelernt haben den Inhalt der Evangelien in richtiger Weise zu schätzen, die wissen den Inhalt der Evangelien so zu würdigen, dass sie ihn höher stellen, als irgendein Papst oder Kirchenvater ihn jemals gestellt hat - trotzdem diese ihn sehr hoch gestellt haben. Die Menschheit wird erst lernen durch die Erkenntnis des Wesens des Menschen, was in diesen tiefen Urkunden ruht. Was wird man aber dann erkennen? Das ist auch wieder leicht, durch ein bloßes Nachsinnen zu finden. Man wird sich sagen: Wenn wir das Wesen des Menschen finden in den Evangelien, so muss es durch die hineingekommen sein, die sie auf der Erde geschrieben haben, sodass für diese besonders gelten muss, was wir bei einem demütigen Nachdenken - je älter wir werden, desto mehr - sagen müssen: Wir haben so manches gemacht, wodurch wir über uns hinausgerückt sind, wo sich der höhere Mensch angekündigt hat. Und nur aus dem Hereinragen des höheren Menschen haben die, welche die Evangelien schrieben, diese Urkunden schreiben können! Da bekommt der Inspirationsbegriff wieder seine gute Bedeutung. Wie in das Gehirn in den ersten drei Jahren der Kindheit höhere Kräfte hineinarbeiten, so wurden hineingeprägt in die Seelen der Evangelienschreiber aus den geistigen Welten Kräfte, dass die Evangelien geschrieben wurden. - Jetzt spüren wir noch etwas anderes als eine Führung. Eine Menschheit muss wahrhaftig geführt werden, wenn sie zustande bringt, dass die, welche die Feder führten, als die Evangelien zustande kamen, nicht auf derselben Stufe standen mit dem, was sic hervorgebracht haben - und was verständlicher werden wird, je weiter die Menschheit vorschreitet. Da lernen wir fühlen: In dem, was im Laufe der Zeiten hervorgebracht ist, walten Impulse aus der geistigen Welt; und wie der Mensch in sich fühlt eine Führung, so walten in der ganzen Menschheitsentwicklung Impulse einer geistigen Führung. Und wenn die Menschen hineingestellt werden in eine geistige Führung, so geschieht das Beste, was sie tun können, eben unter einer geistigen Führung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit II","site_heading":null,"date":"1911-06-06","location":null,"word_count":333,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/246/1911-06-06/p036","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/246/1911-06-06/p036"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/246/1911-06-06/p036","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften","evidence_translation":"From transcripts that are in part fragmentary","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of \"fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen\". The translation is the maintainer's, not a published one."}}