Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit III
Bei einer solchen Aussage, die uns aus alten Zeiten herübertönt, müssen wir nur immer das Richtige verstehen. Was meinten die Ägypter, die sagten: Götter waren bei uns die Könige, Götter waren bei uns die großen Lehrer? - Da hat der, welcher das zu Herodot selber gesagt hat, gemeint: Wenn man in die alten Zeiten des ägyptischen Volkes zurückgehen würde und diejenigen Menschen, welche in sich etwas empfanden wie ein höheres Bewusstsein, wie eine Weisheit von höheren Welten, fragen würde: Wer ist eigentlich dein Lehrer? - so würden sie antworten: Wenn ich von meinem eigentlichen Lehrer sprechen wollte, müsste ich nicht auf diesen oder jenen Menschen zeigen und sagen: Dieser oder jener ist mein Lehrer, sondern wenn ich meinen Lehrer finden will, muss ich mich erst in einen hellsehenden Zustand versetzen - wir wissen aus anderen Vorträgen, dass dies verhältnismäßig leicht war in alten Zeiten -, und dann finde ich meinen wahren Inspirator, meinen wahren Lehrer; der naht mir nur, wenn mein geistiges Auge geöffnet ist. - Denn im alten Ägypten stiegen aus den geistigen Welten solche Wesenheiten zu den Menschen herunter, die sich nicht im menschlichen physischen Leib verkörperten. Es herrschten und lehrten durch die physischen Menschen in den alten, grauen Zeiten Ägyptens eben noch die Götter, und unter «Göttern» verstanden die alten Ägypter die Wesen, die dem Menschen in seiner Entwicklung vorangegangen sind.
Cite:
GA 246/1911-06-07/p005 · edition original