{"corpus":"steiner","locus":"GA 246/1911-06-07/p052","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist schwer auszudrücken; aber man kann es ungefähr so ausdrücken: Es würde der gegenwärtigen Kultur an der nötigen Schwere fehlen. Es würden dann nur die Kräfte wirken, welche den Menschen mit voller Gewalt ins Geistige bringen wollten, und die Menschen würden nur allzu sehr geneigt sein, sich diesen Kräften zu überlassen. Sie würden Schwärmer werden. Alle würden nur etwas wissen wollen von einem Leben, das so schnell wie möglich sich vergeistigt, und die Gesinnung wäre ganz allgemein: Was brauche ich mich immer wieder und wieder zu inkarnieren? Da kann ich [doch] nichts gewinnen. Nein, ich will gleich mit vollen Flügeln hinein ins Geistige! - So würde die Schwärmerei Platz greifen. Wie die schönsten Dinge zu Verführern und Versuchern der Menschheit werden können, wenn ihnen der Mensch einseitig folgt, so wäre hier die große Gefahr vorhanden, dass alle möglichen guten Bestrebungen in den Fanatismus gebracht würden. So wahr es ist, dass die Menschheit durch ihre edlen Impulse vorwärtsgebracht wird, so wahr ist es, dass durch die schwärmerische und fanatische Vertretung der edelsten Impulse ein Schlimmstes für die Menschheit geschehen kann. Nur wenn wir in Demut und nicht in Schwärmerei nach dem Höchsten streben, erstreben wir es richtig. Damit wir die nötige Schwere auf der Erde haben, damit wir Verständnis haben für das Materielle, für die Dinge des physischen Planes, deshalb hat die weise Weltenlenkung diejenigen Kräfte zurückgelassen, die ihre Entwicklung hätten damals vollenden sollen, und die uns jetzt den Blick sichern für das physische Leben, die uns festhalten und uns auch unsere materielle Kultur lieb gewinnen lassen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit III","site_heading":null,"date":"1911-06-07","location":null,"word_count":257,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/246/1911-06-07/p052","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/246/1911-06-07/p052"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/246/1911-06-07/p052","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften","evidence_translation":"From transcripts that are in part fragmentary","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of \"fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen\". The translation is the maintainer's, not a published one."}}