Das Todesrätsel als Lebensrätsel

GA 246/1916-03-03/p061 ·1916-03-03 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Nicht wahr, aus einem tiefen Instinkte heraus hat solch ein Mensch wie Goethe seinen «Faust» geliefert, um den Menschen zu zeigen, dass der Teufel wirklich da ist, dass Mephisto da ist, dass er wirkt. Ein so gescheiter Mann wie Stendhal, der so viele schöne Werke geschrieben hat, er hat gegen den «Faust» eingewendet, dass es eigentlich albern wäre, die Faust-Fabel so zu erfinden ... verzeihen Sie, dass ich den Ausdruck nachreden muss, aber wie gesagt, ein sehr geistreicher Franzose wie Stendhal hat's gesagt - er hat gesagt: Na, solche Anstalten braucht man wahrhaftig nicht zu machen, wie der Goethe sie gemacht hat! Denn einem halbwegs normalen Menschen würde es doch auch ohne Zuhilfenahme des Teufels gelingen, eine Modistin zu verführen.

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