Über die Lichtbilder vom Bau
Die Form selber, die müssen Sie so betrachten - ich gebrauche dafür einmal einen trivialen Vergleich, aber ich finde, dass er die Sache gut ausdrückt -, dass sie nicht um ihrer selbst willen da ist und doch eben ganz angemessen ist der Sache. Die Form ist da, für das, was darin geschehen soll. Was aufgeführt wird, gesprochen wird, angehört wird, das soll sich in den Formen ausleben. Daher ist der Baugedanke der, wenn ich mich süddeutsch ausdrücken darf, eines Gugelhupfs, einer Kuchenform. Bei Kuchentöpfen kommt es auch darauf an, dass die Kuchenform die Form bedingt. So ist auch der Bau als Kuchenform gedacht. Das, was darin ist, darauf kommt es an. Wie Sie ja auch, wenn Sie einen Kuchentopf haben, nicht auf den Topf Wert legen zunächst, sondern auf den Kuchen darin.
Cite:
GA 246/1918-06-30/p012 · edition original