Über die Lichtbilder vom Bau

GA 246/1918-06-30/p016 ·1918-06-30 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach zum Teil bruchstückhaften Mitschriften» (From transcripts that are in part fragmentary). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 246), which also speaks of "fragmentarischen Hörernotizen und Vortragszusammenfassungen". The translation is the maintainer's, not a published one.

Die Form der Säulen bietet inzwischen gegenüber der zeitgenössischen Architektur etwas ganz anderes. Wie Sie ja wissen, hatte die bisherige Architektur die Wiederholung der Kapitellmotive. Hier gibt es keine solche Wiederholung, sondern jede Säule hat für sich ihre Kapitelle, sodass die Formen der Kapitelle in einer fortgehenden Formentwicklung sind. Gleich ist immer nur - in Bezug auf die einzige Symmetrieachse, die der Bau hat - die rechte mit der linken Säule, aber niemals ist eine folgende Säule mit der vorhergehenden Säule gleich, sondern es entwickelt sich immer das Motiv einer Säule aus einer vorhergehenden Säule. Und mit diesem Bau hat man diese Entwicklung vor sich, also eine Holzarchitektur, die eigentlich an der Grenze zwischen Skulptur und Architektur liegt und die auf selbstverständliche Weise bringt die Gesamtentwicklung der Menschheit.

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