II. Seelenübungen des Denkens, Fühlens und Wollens
Für die Kosmologie bedarf es einer höheren Erkenntnisbetätigung. Diese wird erworben, wenn die Meditation erweitert wird. Man bildet nicht nur das intensive Ruhen auf einem Seeleninhalt aus, sondern auch das vollbewußte Beharren in einem inhaltlosen Seelenruhen, nachdem man einen meditativen Seeleninhalt aus dem Bewußtsein fortgeschafft hat. Man bringt es damit so weit, daß in das inhaltlose Seelenleben der geistige Gehalt des Kosmos einfließt. Man erreicht die Stufe der inspirierten Erkenntnis. Man hat vor sich einen geistigen Kosmos, wie man vor den Sinnen den physischen Kosmos hat. Man gelangt dazu, in den Kräften des geistigen Kosmos dasjenige anzuschauen, was im Atmungsprozesse zwischen dem Menschen und dem Kosmos geistig vorgeht. In den Vorgängen dieses Atmungsprozesses und in den übrigen rhythmischen Prozessen des Menschen findet man das physische Abbild dessen, was im Geistigen existiert an dem astralischen Menschenorganismus. Man kommt zu der Anschauung, wie dieser astralische Organismus außerhalb des Erdenlebens im geistigen Kosmos seinen Bestand hat, und wie er sich durch das Keimesleben und die Geburt in den physischen Organismus einkleidet, um im Tode denselben wieder zu verlassen. Man kann durch diese Erkenntnis die Vererbung, die ein irdischer Vorgang ist, von dem unterscheiden, was sich der Mensch aus der geistigen Welt mitbringt.