II. Seelenübungen des Denkens, Fühlens und Wollens

GA 25/l02/p011 · original (original)

Man gelangt durch diese intuitive Erkenntnis dazu, die wahre Wesenheit des «Ich» zu schauen, die in Wirklichkeit in die Geisteswelt eingesenkt ist. Was im gewöhnlichen Bewußtsein von diesem Ich vorhanden ist, das ist nur ein ganz schwacher Abglanz seiner wahren Gestalt. Man erreicht durch Intuition die Möglichkeit, diesen schwachen Abglanz in Vereinigung zu fühlen mit der göttlichen Urwelt, der er durch seine wahre Gestalt angehört. Man ist dadurch auch imstande, zu durch schauen, wie der Geistmensch, das wahre «Ich», in der geistigen Welt seinen Bestand hat, wenn der Mensch in den Schlafzustand versenkt ist. In diesem Zustande brauchen physischer und ätherischer Organismus die rhythmischen Prozesse für sich, zu ihrer Regeneration. In dem Wachzustande lebt in diesem Rhythmus und den in ihn eingegliederten physischen Stoffwechselprozessen das «Ich». Im Schlafzustande sind der Rhythmus des Menschen und die Stoffwechselvorgänge als physischer und ätherischer Organismus in einem Leben für sich; und der astralische Organismus und das «Ich» haben da ihren Bestand in der Geisteswelt. In der inspirierten und intuitiven Erkentnis wird der Mensch bewußt in diese Welt versetzt. Er lebt in einem geistigen Kosmos, wie er durch seine Sinne in einem physischen Kosmos lebt. Er kann erkenntnismäßig von dem Inhalte des religiösen Bewußtseins sprechen. Dieses kann er, weil sich das im Geistigen Erlebte im physischen und ätherischen Menschen spiegelt und die Spiegelbilder in der Sprache ausgedrückt werden können. Sie haben dann in dieser Ausdrucksform einen Inhalt, der dem Menschengemüte des gewöhnlichen Bewußtseins religiös einleuchten kann.

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Cite: GA 25/l02/p011 · edition original