III. Imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnismethode

GA 25/l03/p010 · original (original)

Man gelangt dazu, ein waches, aber ganz leeres Seelenleben auf diese Art sich zu erringen. Man beharrt in wachem Bewußtsein. Erlebt man diesen Zustand in völliger Besonnenheit, dann erfüllt sich die Seele mit den geistigen Tatsachen, wie sie sich durch die Sinne mit den physisch-sinnlichen erfüllt. Das ist der Zustand der Inspiration. Man erlebt sich mit einem Innenleben im Kosmos, wie man sich sonst mit einem solchen Innenleben in dem physischen Organismus erlebt. Aber man weiß, daß man das kosmische Leben in sich erlebt, daß die geistigen Dinge und Vorgänge des Kosmos sich als eigenes inneres Seelenleben offenbaren. Es muß nun die Möglichkeit geblieben sein, dieses innere Erleben des Kosmos stets mit dem Zustande des gewöhnlichen Bewußtseins in freier Willkür zu vertauschen. Dann kann man, was man in der Inspiration erlebt, stets auf etwas beziehen, was man im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt. Man schaut in dem sinnlich wahrgenommenen Kosmos ein Abbild des geistig erlebten. Der Vorgang läßt sich dem vergleichen, durch den man eine neue Erfahrung des Lebens mit einem Erinnerungsgebilde vergleicht, das im Bewußtsein auftaucht. Die geistige Anschauung, die man erlangt, ist wie die neue Erfahrung, und die sinnliche Anschauung des Kosmos ist wie das Erinnerungsbild.

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