III. Imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnismethode

GA 25/l03/p011 · original (original)

Die geistige Anschauung, die man in dieser Art von dem Kosmos erlangt, ist verschieden von der imaginativen. Bei dieser entstehen allgemeine Bilder eines ätherischen Geschehens; bei der Inspiration ergeben sich Bilder von geistigen Wesenheiten, die in diesem ätherischen Geschehen walten. Was man als Sonne und Mond, als Planeten und Fixsterne in der physisch-sinnlichen Welt kennengelernt hat, findet man als kosmische Wesenheiten wieder. Und das eigene seelisch-geistige Erleben erscheint in den Kreis des Waltens dieser kosmischen Wesenswelt eingeschlossen. Der physische Organismus des Menschen wird jetzt erst verständlich, denn zu seiner Form und seinem Leben wirkt nicht nur das, was die Sinne des Menschen überschauen, sondern die Wesenheiten, die in den Tatsachen der Sinnenwelt schaffend walten. Alles, was so durch die Inspiration erlebt wird, bleibt dem gewöhnlichen Bewußtsein völlig verschlossen. Es würde dem Menschen nur bewußt sein, wenn er seinen Atmungsprozeß so erlebte wie den Wahrnehmungsprozeß. Für das gewöhnliche Bewußtsein bleibt das kosmische Walten zwischen Mensch und Welt verborgen. Die Yoga-Philosophie sucht auf dem Wege zu einer Kosmologie zu kommen, daß sie den Atmungsprozeß in einen Wahrnehmungsprozeß umwandelt. Das sollte der abendländische Mensch der modernen Zeit nicht nachahmen. Er ist im Laufe der Menschheitsentwickelung in eine Organisation eingetreten, die solche Yoga-Übungen bei ihm aus-schließt. Er würde durch dieselben sich nie ganz von seinem Organismus loslösen und dadurch der Forderung nicht genügen, den physischen und den ätherischen Organismus unberührt zu lassen. Solche Übungen entsprachen einer abgelaufenen Epoche der Menschheitsentwickelung. Was aber durch sie erreicht wurde, muß so errungen werden, wie dies soeben für die inspirierte Erkenntnis beschrieben worden ist. Dadurch wird vollbewußt erlebt, was in abgelaufener Zeit von der Menschheit in wachen Träumen erlebt werden mußte.

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