IX. Das Ereignis des Todes im Zusammenhang mit dem Christus
Man muß diese Verbindung in ihren Einzelheiten betrachten. Man nehme an: der Mensch vollbringe etwas in der Sinnenwelt. Es bleibt für sein Seelenleben nicht bei dem äußeren Geschehen. Er beurteilt die eigene Tat. Dieses Beurteilen geschieht aber nicht im Gedankenleben allein, sondern der Impuls dazu kommt aus dem astralischen Organismus, der in der Vereinigung mit den rhythmischen Vorgängen sich auch im physischen Dasein offenbart. In das Gedankenleben, das in Reflexbildern verläuft, fügt sich ein Abglanz des moralischen Urteilens ein. Dieser Abglanz erscheint innerhalb der reflektierten Gedankenwelt selbst mit dem Charakter der bloß reflektierten Gedankenwesenheit. Im astralisch-rhythmischen Organismus lebt er aber in seiner Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit tritt während des Erdendaseins nicht in das gewöhnliche Bewußtsein ein. Der Eintritt wird dadurch verhindert, dass die physischen rhythmischen Prozesse stärker gefühlt werden als ihre geistigen Begleitprozesse. Ist im Tode der physische Organismus abgeworfen, sind die physischen rhythmischen Prozesse nicht mehr im Menschen-Erleben da, dann tritt in das kosmische Bewußtsein die Anschauung von dem, was die Taten des Menschen vor der geistig-kosmischen Welt bedeuten. Dieses kosmische Bewußtsein bildet sich aus, nachdem der ätherische Organismus ausgeschieden ist. Der Mensch schaut sich in diesem Zustande selbst als moralische Gestaltung an, wie er sich im Erdendasein als physische Gestaltung angesehen hat. Er hat jetzt ein Inneres, das gestaltet ist von der moralischen Qualität seiner Erdenbetätigung. Er schaut seinen astralischen Organismus an. Aber in diesen astralischen Organismus leuchtet die geistig-kosmische Welt hinein. Was sie zu den im Erden-dasein vollbrachten Menschentaten sagt, das steht als ein Tatsachenbild vor der Menschenseele.