{"corpus":"steiner","locus":"GA 251/1913-02-03_02/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun bedenken wir einmal, wie wir haben darstellen können, dass beim Übergang der griechisch-lateinischen Kultur in unser fünftes Z alter dasjenige, was wir von der Gesamtwesenheit des Menschen die Verstandes- oder Gemütsseele nennen — die ja besonders in der griechisch-lateinischen Zeit ausgebildet war —, sich herüberentwickelt hat in die Bewusstseinsseele, indem wir uns in die Gegenwart hineinentwickelten. Wie muss sich denn für diesen konkreten Fall der Philosophie dieser Übergang von der griechisch-lateinischen Zeit zu unserer neueren Zeit — das heißt von der Zeit der Verstandesseele zur Zeit der Bewusstseinsseele — gestalten? So muss er sich gestalten, dass wir klar begreifen: Während der Entwicklung der Verstandes- oder Gemütsseele steht der Mensch selbstverständlich gleichsam noch so den geistigen Wesenheiten gegenüber, die mit seinem Ursprung zusammenhängen, dass eine gewisse \"Trennungslinie noch zwischen ihm und diesen geistigen Wesenheiten ist. So stand der Grieche seiner Sophia, der Weisheit an sich, gegenüber wie einem Wesen, das sozusagen da stand - und er stand ihr gegenüber; zwei Wesen: Sophia, dem Griechen gegenüberstehend, wie eine ganz objektive Wesenheit, die er anschaut, anschaut mit der ganzen Objektivität des griechischen Blickes. Aber er hatte, weil er noch in der Verstandes- oder Gemütsseele lebte, keine Veranlassung, das unmittelbare, persönliche Verhältnis seines Bewusstseins zu dieser objektiven Wesenheit zum Ausdruck zu bringen. Und das muss geschehen, indem der Übergang nach und nach vorbereitet wurde zu einem neuen Zeitalter, zu dem Zeitalter der Bewusstseinsseele.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"1. Das Wesen der Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1913-02-03","location":null,"word_count":230,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/251/1913-02-03_02/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/251/1913-02-03_02/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/251/1913-02-03_02/p027","paragraph_aligned":true}],"translation_faults_against":[{"locus":"GA 251/1913-02-03_02/p030","lang":"en","edition":"English","translation":"Steiner Online Library (rsarchive SOL2024)","kinds":["reversal"],"note":"This sentence reverses the German. The German says that the Greek, because he still lived in the intellectual or mind soul, had no occasion to bring to expression the direct, personal relation of his consciousness to Sophia, whom he faced as an objective being; that expression is what has to come about in the gradual transition to the age of the consciousness soul. The translation says the opposite: 'he has to bring into expression the directly personal relation of his consciousness to that objective entity'.","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/251/1913-02-03_02/p030?edition=English"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 251/1913-02-03","note":"Another lecture given on the same date as 1913-02-03; the suffix only separates two lectures of one day."}}