25. Das Jüngerwerden der Menschheit Massregeln

GA 251/1917-06-10/p008 ·1917-06-10 · original (original)
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Meine lieben Freunde, es würde nicht im Sinne der geisteswissenschaftlichen Bewegung sein, wenn sich nicht gerade die Gedanken des Geisteswissenschafters in unserer schweren Zeit wenden würden immer wieder und wiederum zu demjenigen, was in unserer Zeit zu der Menschenprüfung, zu der Menschen schwerem Schicksal durch die Welt geht. Und im Sinne dieser unserer Geisteswissenschaft muss es ja gelegen sein, vor allen Dingen unsere Gedanken fragend nach manchem Rätsel hinzuwenden, das schon wirklich einmal vorhanden ist in dem weiteren Umkreis dessen, was wir die Gegenwart nennen. Denn sobald wir die Fragen hinrichten nach den Ursachen, die so schweres Geschick über die Menschheit heraufbringen konnten, türmen sich ja — so darf man sagen — wirklich Rätselfragen über Rätselfragen auf. Und wir dürfen schon nun von unserem Gesichtspunkte aus und mit unseren Impulsen versuchen, vielleicht etwas tiefer einzudringen in dasjenige, was im weiten Umkreise in der Gegenwart wirksam ist. Nicht im äußeren Sinne von Zeitereignissen zu sprechen, kann ja, da ich so selten hier bin, meine Aufgabe heute sein. Wohl aber kann es meine Aufgabe sein, auf manches hinzuweisen, das dann durch Ihr eigenes Nachdenken vertieft, durch eigenes immer wiederkehrendes Nachdenken vertieft, Ihnen manche Frage lösen kann, die heute eigentlich wohl jedes fühlende Menschenherz, jede fühlende Menschenseele sich wird lösen wollen. Die Dinge liegen ja in der Tat tiefer, als derjenige oftmals imstande ist zu erkennen, der sich den Blick nicht durch geisteswissenschaftliche Betrachtung schärfen zu lassen imstande ist. Man kann ja, wie man sagen könnte, an den einzelsten Ereignissen sehen, was eigentlich tief, tief Einschneidendes in unserer Zeit vorgeht. Es wird nur dieses tief Einschneidende nicht immer gesehen, nicht immer in entsprechender Weise verspürt. Man würde ein schlechter Geisteswissenschafter sein, wenn man glauben würde, dass man gerade dadurch bei sich eine Vertiefung des Denkens und Fühlens und Erkennens herbeiführen würde, dass man den Blick abwendet von demjenigen, was heute die Menschen so schwer betrifft und ihn auf allerlei Fernliegendes, wenigstens dem Gedanken nach zunächst Fernliegendes lieber richten möchte. Bei den einzelsten Ereignissen, sagte ich, kann man heute auf Schritt und Tritt fühlen, in welcher Zeit wir eigentlich innerhalb unserer engsten Gegenwart leben.

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