25. Das Jüngerwerden der Menschheit Massregeln

GA 251/1917-06-10/p011 ·1917-06-10 · original (original)
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Es ist fast so, dass man kaum begreift, wenn man sagt: In dieser kurzen Zeit haben wir etwas wie Jahrhunderte durchlebt, wirklich wie Jahrhunderte. Und dasjenige, was vorher war, ist mit Sturmesschritten auf das Gebiet der Geschichte gewandert, wenn wir es auch miterlebt haben. Und wir können reden über das Ende des neunzehnten Jahrhunderts bis ins zwanzigste Jahrhundert jetzt so, wie wenn wir über Ereignisse fern vergangener Jahrhunderte sprechen würden. Mythisch ist uns vieles von dem geworden, womit wir noch gelebt haben, so tief einschneidend waren die Ereignisse der letzten drei Jahre. Und nun findet man allerdings, dass in vieler Beziehung dasjenige, was ich gesagt habe, zwar wahr ist, dass man für die volle Wahrheit des eben Gesagten ganz eintreten kann; aber andererseits wiederum findet man, dass sich noch nicht viele Menschen, wirklich noch nicht viele Menschen heute schon voll zum Bewusstsein gebracht haben, was ja gewiss in ihrem Unterbewussten sich vollzogen hat, was sie in ihrem Unterbewussten durchlebt haben. Und es ist wirklich kaum etwas so geeignet, als diese unsere unmittelbare Gegenwart, um klarzumachen - verzeihen Sie den harten Ausdruck, aber er muss angewendet werden -, um klarzumachen, wie viel die Menschen eigentlich von dem, was um sie herum vorgeht, geschieht, verschlafen, richtig verschlafen. So wie wir, wenn wir in irgendeiner Stube schlafen, keine Aufnahmefähigkeit haben während des Schlafens für das, was in der Stube sonst vorgeht, so zeigen sehr viele Menschen eine gewisse Schläfrigkeit gegenüber dem, was um sie herum vorgeht. Und das zeigt sich insbesondere, wenn so Gewaltiges, so Großes, so Einschneidendes vorgeht.

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Cite: GA 251/1917-06-10/p011 · edition original