25. Das Jüngerwerden der Menschheit Massregeln
Ich möchte nicht missverstanden werden, meine lieben Freunde. Gegnerschaft gegen die Geisteswissenschaft mag so viel in der Welt auftreten, als nur immer möglich ist. Es kommt nur darauf an, wie diese Gegnerschaft auftritt. Ich rechne noch manches zur Gegnerschaft, was ich durchaus für berechtigt halte, wenn auch diese Gegnerschaft im Ausdruck oft sonderbar ist. Ich erinnere nur daran, dass ein Mann, der unendlich viel getan hat in den letzten Jahren für unsere Sache, sich nur langsam herangependelt und herangeschwungen hat zu einem aufrichtigen Freund, Ludwig Deinhard, dass er in der ersten Zeit, als ich auftreten musste in Deutschland, dies nicht billigen konnte, und durchaus mit denjenigen einverstanden war, die mich dazumal öffentlich angriffen. Ich habe gegen solche Angriffe nichts vorgebracht, trotzdem dazumal, als ich in München vorgetragen habe, der Satz gesagt geworden ist: «Der Berliner Reisende für Theosophie ist wieder erschienen.» Solche Dinge halte ich noch durchaus für berechtigt. Ansichten kann man haben, und wenn man sie noch so trivial ausdrückt. Daher möchte ich nicht missverstanden werden. Wenn ein Gegner ehrlich, oder auch unehrlich, aber in einer literarisch gebräuchlichen Form auftritt, so ist das nicht dasjenige, was ich heute meine. Das, wovon ich heute sprechen will, ist Gegnerschaft, nicht aus der Sache heraus, sondern aus der objektiven Unwahrheit heraus. Und da ist ja in der letzten Zeit in schlimmster Weise allerlei vorgekommen. Man muss schon sagen, es ist überhaupt vorher noch nie vorgekommen, dass mit derlei Dingen eine Sache beworfen worden ist wie diejenige, die ich zu vertreten habe.
Cite:
GA 251/1917-06-10/p062 · edition original