39. Zur Charakteristik der Gegenwart

GA 251/1922-05-21/p009 ·1922-05-21 · original (original)
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Die älteren unserer lieben Mitglieder sehen zurück auf diejenigen Zeiten, wo in kleinem Kreise — wenigsten in kleinerem Kreise, als er jetzt ist - Anthroposophie gepflegt wurde, bloß, ich möchte sagen, in derjenigen Art, wie es eben kleinen Kreisen angemessen ist, die ein gewisses Erkenntnisbedürfnis mit einem religiösen Bedürfnis verbinden, heute nach gewissen Anschauungen über die geistige Welt zu streben. Wir haben ja — und es ist das auch in Berlin jetzt gut zwei Jahrzehnte her - immer wieder und wieder versucht, dasjenige, was aus den heutigen Bedingungen der höheren Welten an Erkenntnissen des geistigen Lebens - auf den ersten Grundlagen, die vor Jahren gegeben werden konnten — zu gewinnen ist, immer wieder und wieder esoterisch zu vertiefen. Und in der Richtung dieser esoterischen Vertiefung haben ja sehr viele von unseren lieben älteren Mitgliedern ihre tiefe Befriedigung gefunden. Man darf sagen: Allmählich hat eine Art Esoterik durchaus in alledem gelebt, was selbst in die mehr öffentlichen Vorträge übergegangen ist. In Bezug auf diese Esoterik, zu der wir es gebracht haben, müssen wir durchaus, wenn wir unser Zweigleben betrachten, sagen: Sie ist uns nicht verloren gegangen. Diese Esoterik bildet die Grundlage gerade alles Zweiglebens, und sie ist fortgepflegt worden in den Zweigen, so gut es eben geht.

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Cite: GA 251/1922-05-21/p009 · edition original