39. Zur Charakteristik der Gegenwart

GA 251/1922-05-21/p012 ·1922-05-21 · original (original)
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Unberechtigt ist das doch in einem gewissen Sinne, denn das Zweigleben ging ja weiter, und das Esoterische lebte neben dem, was in solcher wissenschaftlichen Schürzung auftrat. Und darauf, dass es einfach eine Zeitnotwendigkeit ist, dass wir einfach nicht anders können, als Anthroposophie wissenschaftlich zu befestigen, dass sie nun etwas von Wissenschaftern Aufgenommenes und auch von Wissenschaftern Angefordertes wurde, darauf sahen eben nicht alle. So entstand denn jene heutige Lage, die eigentlich mehr in den seelischen Empfindungen unserer lieben Mitgliedschaft liegt, als dass sie äußerlich klar immer vor die Seele hingestellt würde. Aber wer sich viel ansieht die heute ja groß gewordene - wenigstens an äußerer Ausdehnung groß gewordene - anthroposophische Bewegung, der findet überall in den Stimmungen, in den Gefühlen, in den Empfindungen das ausgedrückt, was ich gerade gesagt habe: Wir brauchen ja - so denken viele - alle diese Beweise gar nicht.

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