39. Zur Charakteristik der Gegenwart
Es ist das Letzte gar nicht die Fortsetzung des Ersteren unmittelbar, nicht einmal bei denjenigen, die von ihren wissenschaftlichen Studien hergekommen sind, um die Anthroposophie nun wissenschaftlich zu bearbeiten. Denn bei ihnen ist es vielfach so gewesen, dass sie eben einfach wissenschaftliche Studien durchgemacht haben und aus gewissen Herzensbedürfnissen heraus gegenüber ihren anderen Studien empfunden haben: Da ist etwas nicht richtig in der Wissenschaft. Dann sind sie zur Anthroposophie gekommen und haben durch sie ihre Wissenschaft umgestellt. Das sind ganz andere Wege, als die waren, aus denen sich ursprünglich das anthroposophische Zweigleben gebildet hat. Diese Dinge entwickeln sich aber heute schon einmal so, dass, wenn sie nebeneinander gehen und immer nur wenige wirklich aktive Mitarbeiter da sind, dass dann sehr leicht sich eine solche Kluft bilden kann. Wir haben bis heute einfach noch keine Möglichkeit gehabt, diese Kluft zu überbrücken.
Cite:
GA 251/1922-05-21/p020 · edition original