39. Zur Charakteristik der Gegenwart

GA 251/1922-05-21/p026 ·1922-05-21 · original (original)
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Das Spirituelle ist trotzdem da, obwohl es die Menschen nicht sehen; es ist überall zu finden, wenn man es finden will. Und das ist das Schlimme: Dass die Menschen es nicht finden wollen, dass sie die Augen davor verschließen, dass sie ihre Herzen dafür nicht öffnen! Das ist das Furchtbare geradezu, das überwunden werden muss: dass heute schon die Zeit da ist, in welcher das spirituelle Leben ebenso ergriffen werden kann wie von der Kopernikanisch-Galilei’schen Zeit an das Intellektuelle ergriffen wurde, dass aber die Menschen sich von diesem spirituellen Leben abwenden! Wer aber seinen Geistesblick hinwenden kann zum spirituellen Leben, der sieht es überall in unser Menschheitsleben hereinströmen. Dieses spirituelle Leben wird aber heute noch nicht aufgenommen, und so haben wir einen verödenden, bloß vererbten Intellekt. Denn in Wirklichkeit ist ja der Intellekt nicht weiter fortgeschritten, er wird nur noch in seiner alten Gestalt weitergetragen.

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