39. Zur Charakteristik der Gegenwart
Werden die Menschen aber nicht nur dasselbe Ich finden, dasselbe Selbstbewusstsein, das sie hinaufgetragen haben in die geistige Welt durch die Jahrhunderte und Jahrtausende, sondern werden sie einen stärkeren Halt in ihrem Inneren gewinnen können, durch den sie aufnehmen können den Christus-Impuls, und würde sich dieses stärkere Selbst nur als solches entwickeln, so würde es in grenzenlosen Egoismus ausarten. Gerade diesem stärker werden sollenden Selbst muss das eingepflanzt werden, was Paulus meinte mit dem Wort: «Nicht ich, sondern der Christus in mir!» Wenn aber der Christus in diesem stark gewordenen Selbst ist, dann wird die Menschheit die Wege finden, um jene Umgruppierung zu verhindern und die Erde in der richtigen Weise sich weiterentwickeln zu lassen. Man muss eben heute schon - wenn ich mich so ausdrücken darf hinter die Kulissen des Daseins schauen, da, wo sich das abspielt, was den Menschen unbewusst bleibt, wenn man sehen will, wie der Mensch darauf angewiesen ist, an die spirituelle Welle sich zu halten, die ihm das bringt, wodurch er das Gott- und Christus-gewollte Erdenwesen fortsetzen kann; während, wenn er diese spirituelle Welle nicht annimmt, sich - durch das Eingreifen der ahrimanischen und elementarischen Wesen mit den ätherischen Wesen zusammen - aus der Erde etwas anderes bilden würde, als was aus ihr werden soll. Und der Mensch würde dadurch von seiner Bahn abgelenkt werden, denn sein kosmisches Schicksal und das kosmische Erden-Schicksal sind miteinander notwendig verbunden.
Cite:
GA 251/1922-05-21/p039 · edition original