39. Zur Charakteristik der Gegenwart
Aber solange es eine Lehre gibt, die nur beweisen will, dass es überhaupt keine geistige Welt gibt, solange ist eine unübersteigbare Schranke aufgerichtet zwischen der Welt, wo der Mensch auf der einen Seite sowie Luziferisches und Ahrimanisches auf der anderen Seite ist, und jener Welt, wo der Mensch aus der Erkenntnis — einschließlich der elementarischen und ätherischen Wesenheiten — heute die wirklichen Menschheitsaufgaben erst formen kann. Wir müssen über das Exoterische hinaus nach einer esoterischen Weisheit suchen. Wir müssen uns nicht nur fragen nach den Anziehungen und Abstoßungen der Stoffe, wir müssen uns fragen nach den Schlauheiten der elementarischen Geister des Erdigen, nach der feinen Empfindlichkeit der Elementargeister des Wässerigen, nach den Willensimpulsen der Elementargeister des Luftförmigen, nach den alles mit Egoität durchdringenden Elementargeistern des Feuers oder der Wärme; wir müssen uns durchdringen mit den eigentümlichen Qualitäten der Geister des Lichtes und der Wärme, die ihrerseits zum Teil helfend, zum Teil gegnerisch sich zu den Elementargeistern der Luft verhalten und auf diese Weise einen Ausgleich zu ihnen schaffen, wo wir auf ein Zusammenwirken schauen können zwischen den mehr luftförmig gewordenen Lichtgeistern und den mehr lichtförmig gewordenen Luftgeistern. Da ist die Möglichkeit, hineinzuschauen in das Werden eines Weltkörpers, den ich in meiner «Geheimwissenschaft» beschreiben konnte als «Jupiter». Es muss hineingeschaut werden in das geistige Werden der Welt - anders als heute von der physischen Wissenschaft in das Werden der Welt hineingeschaut wird. Da betreten wir allerdings ein Gebiet, wo die Anschauungen über das Geistige, welche die Menschen heute noch haben, wesentlich erweitert werden müssen. Diese Anschauung von dem Geiste muss den Menschen geläufig werden, so geläufig wie das, was sie heute von der physisch-sinnlichen Welt kennen. Die Menschheit muss denken lernen über die Beziehungen der elementarischen und der ätherischen Geister zur Menschheit und über das Hereinkommen der spirituellen Welle, die das Verhältnis der beiden erst in das richtige und für die Menschen notwendige Verhältnis bringen kann. Über das Verhältnis dieser Wesenheiten, über den Anteil, den sie an einer den Menschen gemäßen Erde haben, sowie über einen Anteil, den sie haben, wenn die Erde mit der Menschheit untergehen würde — darüber richtig reden, das kann man nur, wenn man Verständnis entgegenbringt der spirituellen Welle, die heute in die menschliche Zivilisation und Kulturentwicklung hereinbrechen will.
Cite:
GA 251/1922-05-21/p041 · edition original