Dritter Vortrag

GA 253/1915-09-12/p011 ·1915-09-12 · original (original)
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Aus dieser Sprache heraus soll ja auch unsere Eurythmie gepflogen werden. Wenn der Mensch mit seiner Lautsprache spricht, so ist auf die Organe, die seinen Kehlkopf und dessen Anhangsorgane bilden, konzentriert dasjenige, was an Kraftsystemen existiert, um die Sprache auszutönen. Es ist gleichsam der ganze Mensch befreit von dem Mittun mit seiner Sprache. Dadurch wird das innere Gefüge der Sprache unbewußt und unterbewußt, wird zu etwas ganz Irdischem. Durch die Eurythmie soll der ganze Mensch wiederum an der Sprache beteiligt werden. Doch über diesen tieferen Sinn der Eurythmie ein anderesmal, meine lieben Freunde. Ich will jetzt nur darauf hinweisen, wie Swedenborg sich in der Lage fühlte, die Sprache der geistigen Wesenheiten zu verstehen, bis ihm zu einem gewissen Zeitpunkte auffiel, daß gewisse Geister an ihn herankamen, die zwar auch durch allerlei Gebärden - wie ja überhaupt Geister sprechen -, durch Bewegungen ihrer Glieder oder durch Bewegungen ihrer eigenen Form sprachen. Diese Gebärdensprache der Geister zu verstehen, war Swedenborg, wie gesagt, gewohnt. Aber es kamen einmal Geister an ihn heran, bei denen er wohl sah, daß sie gewisse Bewegungen machten, aber er konnte sie nicht verstehen; es drang keine Bedeutung, kein Sinn von diesen Bewegungen in seine Seele ein. Es war das für ihn überraschenderweise so, wie wenn wir einem Menschen gegenüberstünden und sehen würde, daß er die Lippen bewegt und spricht, wir aber nichts hören würden.

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Cite: GA 253/1915-09-12/p011 · edition original