Dritter Vortrag
Nun gibt es an der Schwelle, beim Übertritt in die geistige Welt, gewissermaßen eine Region, eine Strömung, in der man die ganze Konfiguration, die ganze Eigentümlichkeit des Verhältnisses zur physischen Welt beibehält. Man kommt nicht los von dem «Ich schaue an», man kann nicht aufsteigen zu dem «Ich werde angeschaut». Aus einem gründlich in sich eingelebten Gewohnten verlangt man von der geistigen Welt, daß sie im Grunde genommen nur eine Kopie, ein verfeinerter Abdruck der physischen Welt sei. Und es gibt nicht wenige Menschen, die haben die Vorstellung: geradeso, wie sie hier in diesem Saale unter physischen Menschen stehen, so könnten sie auch eine Geisterversammlung betreten, und in dieser Geisterversammlung seien die Geister nun genau ebenso versammelt - nur etwas dünner, so daß man durch sie durchgreifen kann — wie auf dem physischen Plan die Menschen. Weil man die Gewohnheit des Wahrnehmens auf dem physischen Plan mitbringt in die geistige Welt, deshalb bleibt als eine Illusion, als eine Täuschung dieses Grunderlebnis vorhanden, «ich schaue die Weltwesen an», und deshalb kann man sich nicht aufschwingen zu dem anderen Grunderlebnis: «Ich werde von den Weltwesen angeschaut.»
Cite:
GA 253/1915-09-12/p018 · edition original