{"corpus":"steiner","locus":"GA 253/1915-09-12/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es handelt sich für uns also darum, die bei uns zur Verfügung stehende Literatur wirklich so zu benützen, daß wir uns allmählich angewöhnen, in vernünftiger Weise uns in das ganze Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt hineinzufinden. Dazu ist, ich möchte sagen, in einer doppelten Weise Gelegenheit geboten. Erstens dadurch, daß wir eine solche Literatur haben, zweitens dadurch, daß diese Literatur nicht gelesen werden kann, ohne daß man sich dabei geistig anstrengt. Dafür wird schon gesorgt, auch wenn mir oftmals nahegelegt worden ist, daß die Schriften populärer sein sollten. Ich habe mich immer dagegen gesträubt, weil es eben im wesentlichen dazu gehört zu dem, wie sie sein sollen, daß sie nicht populär sind. Wenn man dasjenige, was in unserer geisteswissenschaftlichen Literatur geboten wird, in allerlei verschwommene Formen gießen und diese dann - angeblich, weil sie viel populärer sind - unter das Publikum bringen will, so wird nur auf der einen Seite der Bequemlichkeit gedient und auf der anderen Seite Unfug getrieben. Denn es wird immer Unfug entstehen, wenn das Streben auftritt, auf eine leichte, gedankenlose Weise geistesträchtig zu werden. Die Arbeit, die wir verrichten, indem wir etwas Schwergeschriebenes verstehen lernen, ist eine innere Trainierung, ist etwas, was dazu beiträgt, daß wir in der richtigen Weise unser Verhältnis zur geistigen Welt ausgestalten. Und so gehört oder sollte zu dem Wesentlichen unserer Literatur das gehören, daß Sie wirklich in der umfassendsten Weise bei dem Aufnehmen der Sache denken, Ihre Gedanken in Tätigkeit versetzen; alles dasjenige, was Ihnen zur Verfügung steht aus Ihrer vorherigen Erkenntnis, aus Ihrer vorherigen Lektüre, in Verbindung bringen mit dem, was die anthroposophischen Schriften enthalten. Ich will Ihnen jetzt etwas vordenken, um Ihnen gewissermaßen ein Beispiel zu geben, wie man anhand anthroposophischer Schriften denkend diese Schriften studieren kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-09-12","location":null,"word_count":289,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/253/1915-09-12/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/253/1915-09-12/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/253/1915-09-12/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}