Neunter Vortrag

GA 254/1915-10-24/p033 ·1915-10-24 · original (original)
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Denken Sie nun, wenn ein Mensch einem Seelenpfleger gegenübersteht, der ihm zur Pflege seiner Seele den Trost der Unsterblichkeit gibt, den Wert der Menschenseele, den Wert des Göttlichen und so weiter, da kann es dazu kommen, daß durch einen geringfügigen Anstoß der Mensch, gerade wenn er ein edler Mensch war, das Seelenhäutchen an irgendeiner Stelle durchstößt und hinter die Geheimnisse des Denkens, Fühlens und Wollens kommt. Aber er kommt in die Region dieser Willenswesen hinein, und die Folge davon ist, daß wirklich nun gerade die ideale Seite des Wollens anfängt, einen sinnlichen Charakter anzunehmen. Und nun, bitte, lesen Sie mit diesen Geleitworten viele Beschreibungen von Mystikern und Mystikerinnen. Beachten Sie, wenn Sie Biographien von Mystikern und Mystikerinnen lesen, in welche schwüle Atmosphäre Sie da hineinkommen. Denken Sie nur, wie da die höchsten Ideale einen sinnlichen Charakter annehmen. Ich erinnere Sie nur an das starke Erleben von Mystikern und Mystikerinnen mit ihrer Seelenbraut und ihrem Seelenbräutigam, wo die mystische Vereinigung bei der Mystikerin wie eine sinnliche Vereinigung mit dem Heiland ist, oder bei dem Mystiker wie eine reale Verbindung mit der Seelenbraut, mit der Jungfrau Maria.

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Cite: GA 254/1915-10-24/p033 · edition original