Dreizehnter Vortrag
Man muß solche Stimmungen der Seele eben als Stimmungen nehmen, so als Stimmungen nehmen, daß sie die Seele hin und her werfen zwischen dem Suchen und dem Abweisen eines jeden Suchens. Wenn man eine solche Seele betrachtet, so ist sie gewöhnlich gerade eine von denen, die echte, wahre Erkenntnistriebe haben, die aber in unserer Zeit in eigentümlicher Art hineingestellt sind in das Weltgetriebe, namentlich da, wo dieses Weltgetriebe nach Erkenntnis strebt, weil solch eine Seele sich leicht sagen kann, wenn sie die Menschen ringsherum sich ansieht: Wie leicht, wie leicht machen es sich diese Menschen, an dieses oder jenes wie an etwas nicht zu Widerlegendes zu glauben! Man braucht nur ein wenig die geistigen Augen aufzumachen und man sieht, wie brüchig solch ein Glaube ist.
Cite:
GA 254/1915-11-07/p011 · edition original