{"corpus":"steiner","locus":"GA 254/1915-11-07/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ein Apotheker Courtois entdeckte die Jodine zuerst in der Asche des Tangs, eines Meergewächses. Sogleich faßte man den Verdacht gen alle Meerbewohner, daß sie dies Heilmittel verheimlichten; durch das ganze Meer wurde sogleich die strengste Haussuchung angestellt, und die gelddurstigen Spanier können den armen Indianern nicht ärger mitgespielt haben, als wir es den Seegeschöpfen taten: denn welche Marter, welche Wasser- oder Feuerprobe wurde wohl in unsern chemischen Laboratorien unversucht gelassen, um den armen Meerprodukten das Geständnis auszupressen, daß sie Jodine versteckt hielten; und als solches sah man denn allgemein einen roten Dampf an, den man durch siedende Schwefelsäure von ihnen zu erzwingen pflegte. Ein solcher roter Dampf war hinreichend, gerade wie sonst die roten Augen einer Hexe, alle Individuen der Art zum Scheiterhaufen zu verdammen, die man nun mit unerbittlicher Strenge aus ihren Schlupfwinkeln hervorzog, um aus ihrer Asche die Jodine zu gewinnen. Dies ist auch jetzt noch die gewöhnlichste Art, die Jodine aufzusuchen und darzustellen, und jedes Meerprodukt kann daher Gott danken, das sich von dieser gefährlichen Ware frei weiß. Freilich bemerkte man bald, daß man auf diesem Wege nur eine sehr spärliche Ausbeute erhielt, und voll Unmut darüber, daß den Kindern des Ozeans so wenig abzugewinnen war, packte man nun sogar den alten Oceanus selber an, schüttete ihn in eine Destillierblase (in der Tat untersuchte man das Meerwasser auf Jodine) und suchte durch Sieden und Schmoren ihn zum Geständnisse seiner Reichtümer zu zwingen; aber bis jetzt hat er standhaft die Folter ausgehalten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-11-07","location":null,"word_count":244,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/254/1915-11-07/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/254/1915-11-07/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/254/1915-11-07/p020","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}