{"corpus":"steiner","locus":"GA 254/1915-11-07/p032","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist das etwas, was scheinbar jeder aufgeklärte Mensch mit ganzem Recht absurd nennen würde. Aber das hindert ihn nicht, diesen aufgeklärten Menschen, jede Stunde einmal einen ähnlichen Fehler zu machen. Nur bemerkt er es nicht, wenn es sich um etwas handelt, was er in die Gegenstände seines Glaubens eingeschlossen hat. Der Mann, der das geschrieben hat, im Jahre 1821 — er nannte sich dazumal Dr. Mises -, das ist derselbe, den Sie aus der wissenschaftlichen Literatur kennen als Professor Gustav Theodor Fechner, derselbe, der in den fünfziger Jahren versuchte, eine Ästhetik von unten herauf zu begründen auf Grundlage von sinnlich-anschaulichen Experimenten, nicht von oben herunter, das heißt aus dem Gedanken- und Empfindungsmaterial der Seele heraus. Das war ein Mann, der, man kann wirklich sagen, alle Qualen des Erkenntnisringens des 19. Jahrhunderts durchgemacht hat. Es war derselbe Mann, der den Streit hatte mit dem Botaniker Schleiden über die Einwirkung des Mondes auf verschiedene Vorgänge der Erde. Ich habe Ihnen erzählt, wie dann durch Frau Professor Schleiden und Frau Professor Fechner hat entschieden werden sollen, wer von beiden recht hatte. Das ist auch derselbe Mann, der versucht hat, aus seinem Ringen heraus eine Art idealistisch-spirituelle Weltanschauung zu gewinnen. Sie können sehen, wie er das versucht hat, aus der Darstellung, die ich über Gustav Theodor Fechner gegeben habe in meinen «Rätseln der Philosophie».","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1915-11-07","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/254/1915-11-07/p032","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/254/1915-11-07/p032"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/254/1915-11-07/p032","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}