Zweiter Vortrag

GA 257/1923-01-30/p007 ·1923-01-30 · original (original)
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Dies muß so sein, aus dem Grunde, weil eine solche Weltanschauung, wie die anthroposophische es ist, sich stark bewußt bleiben muß des Zeitenzusammenhanges, in den sie hineingestellt ist. Wir leben im Zeitalter der Entwickelung der Bewußtseinsseele, das heißt derjenigen inneren Seelenverfassung, in der vor allen Dingen alles darauf ankommt, daß die Menschen als Individuen sich aus den Impulsen ihrer Seelen heraus selber ihr Urteil bilden, daß die Menschen lernen, die Tatsachen in unbefangener Weise auf sich wirken zu lassen, um aus dem vollen Bewußtsein heraus ihr Urteil zu bilden. Aus diesem Bewußtsein des Eintrittes der Menschheit in die Entwickelung der Bewußtseinsseele ist der Stil meiner Darstellungen genommen. Daher eben ist es, wie gesagt, daß der eine sich dieses, der andere sich jenes Urteil bilden kann. Die Tatsachen versuche ich so klar wie möglich hinzustellen. Von einem Sollen oder Nichtsollen ist auf keinem Gebiete die Rede. Denn Anthroposophie ist nicht zum Agitieren da, Anthroposophie ist da zum Mitteilen der Wahrheit. Ich habe oftmals dieses für andere Gebiete betont. Ich habe betont, daß ich weder für Fleischnahrung noch für Vegetarismus agitiere. Wenn ich darstelle, wie Vegetarismus auf den Menschen wirkt, wie Fleischnahrung auf den Menschen wirkt, so geschieht es, um die Wahrheit darzustellen, um die Tatsachen darzustellen. Kennt ein Mensch die Tatsachen genügend, so kann er sich eben im Zeitalter der Bewußtseinsseelenentwickelung sein Urteil bilden. Es gehört schon zum Wesen anthroposophischer Weltauffassung, daß man sich über diesen Punkt vollständig klar ist.

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