Neunter Vortrag

GA 257/1923-03-03/p014 ·1923-03-03 · original (original)
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Kultus bindet die Menschen, die im Kultus sich vereinigen, aneinander. Kultus schafft Gemeinden. Und Dr. Rittelmeyer hat im Verlaufe der Diskussionen ganz mit Recht gesagt: der Anthroposophischen Gesellschaft erwächst in der Bewegung für religiöse Erneuerung gerade durch das gemeindebildende Element des Kultus eine gewisse starke, vielleicht die stärkste Gefahr. Auf was hat er damit hingedeutet? Er hat damit auf das hingedeutet, daß ja heute viele Menschen doch, wie ich schon vorhin sagte, an die Anthroposophische Gesellschaft herankommen mit der Tendenz, den Anschluß an andere Menschen im Sinne einer solchen freien Gemeinschaftsbildung zu finden, daß mit der religiösen Färbung durch den Kultus dieses Gemeinschaftsleben gefunden wird, daß daher diejenigen Menschen, welche diese Sehnsucht nach dem Gemeinschaftsleben haben, sie zunächst befriedigen werden innerhalb der Bewegung für religiöse Erneuerung. Und die Anthroposophische Gesellschaft müßte daher, wenn sie da nicht einer Gefahr entgegengehen will, danach trachten, auch ein gemeinschaftsbildendes Element zu pflegen.

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Cite: GA 257/1923-03-03/p014 · edition original