Neunter Vortrag

GA 257/1923-03-03/p022 ·1923-03-03 · original (original)
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Wenn nun die neuerdings begründete Bewegung für religiöse Erneuerung, da sie ja im wesentlichen auf dem Boden steht, der aus der Anthroposophie kommt, mit der unmittelbar fortgehenden, sich fortbewegenden Offenbarung rechnet, also mit dem lebendigen Geist-Erleben aus der übersinnlichen Welt heraus, dann führt sie gerade ihre Predigt dazu, einzusehen, daß sie etwas anderes braucht, das nämlich, woraus unmittelbar diese fortdauernde lebendige Erkenntnis der geistigen Welt möglich ist. Sie braucht also anthroposophische Geisteswissenschaft, Ich möchte sagen: die Predigt wird immer das Fenster sein, durch das die Bewegung für religiöse Erneuerung wird aufnehmen müssen dasjenige, was ihr eine fortwährende lebendige Anthroposophische Gesellschaft wird geben müssen. Dazu bedarf es aber, was ich Ihnen eben schon in dem letzten Vortrag drüben im noch bestehenden Goetheanum gesagt habe in bezug auf die religiöse Erneuerung, dazu bedarf es, daß, wenn wachsen soll diese Bewegung für religiöse Erneuerung, auch in aller Lebendigkeit die Anthroposophische Gesellschaft daneben sein muß, das heißt das lebendige Leben der Anthroposophie durch eine Anzahl von Menschen. Die Bewegung für religiöse Erneuerung würde sich bald das Wasser abgraben, wenn sie nicht eben wiederum neben sich hätte eine Anzahl von Menschen - es brauchen nicht gleich wiederum alle Menschen zu sein, aber immer eine Anzahl von Menschen -, in denen lebendig das anthroposophische Erkennen lebt.

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