Neunter Vortrag
Aber wenn Anthroposophie dem Menschen etwas sein soll, was wirklich in die übersinnliche Welt führt, dann darf sie nicht Theorie, nicht Abstraktion sein. Dann darf man nicht bloß von geistigen Wesen reden, sondern man muß die nächsten, die unmittelbarsten Gelegenheiten aufsuchen, um mit geistigen Wesen zusammenzusein. Die Arbeit einer anthroposophischen Gruppe besteht nicht bloß darin, daß eine Anzahl von Menschen über anthroposophische Ideen reden, sondern daß sie sich als Menschen so vereinigt fühlen, daß Menschenseele an Menschenseele erwacht und die Menschen hinaufversetzt werden in die geistige Welt, so daß sie wirklich unter geistigen Wesen sind, wenn auch vielleicht ohne Schauen. Auch wenn das in der Anschauung nicht da ist, im Erleben kann es da sein. Und das ist dann das Stärkende, das Kräftigende, das aus den Gruppen hervorgehen kann, die mit richtiger Gemeinschaftsbildung eben entstanden sind innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft. Es ist eben notwendig, daß das, was in vieler Beziehung doch vorhanden ist in der Anthroposophischen Gesellschaft, allgemeiner werde; und das ist es, was die in den letzten Jahren Eintretenden dann nicht gefunden haben. Sie haben eigentlich das gesucht, haben es aber nicht gefunden. Sie haben höchstens gefunden: Ja, wenn du richtiger Anthroposoph sein willst, dann mußt du an den Atherleib und an die Wiederverkörperung glauben und so weiter.
Cite:
GA 257/1923-03-03/p034 · edition original