Neunter Vortrag

GA 257/1923-03-03/p037 ·1923-03-03 · original (original)
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Das ist es eben, daß Anthroposophie nicht bloß als Abstraktion da sein soll. Man kann natürlich die Sache so einrichten, daß man irgendwo Menschen zu einer Versammlung zusammenruft, welche zu beraten hat: Wie soll man die Gesellschaft konstituieren und so weiter, und dann setzt man als zweiten Programmpunkt ein Gespräch über Anthroposophie. Das ist äußerlich entwickelt. So äußerlich meine ich das nicht, sondern ganz innerlich, daß man eben einfach aus den alltäglichsten Bedürfnissen dazu kommt: Man muß die Geschichte anthroposophisch einrichten. Gerade daß so etwas sich zeigte, daß man über die Konstitution der Anthroposophischen Gesellschaft sprach und dazu kam - ganz notwendig durch innere organische Entwickelung -, auseinandersetzen zu müssen, wie sich derjenige die Embryonalentwickelung vorzustellen hat, der heute ein wissenschaftlicher Philister ist, und derjenige, der Anthroposoph ist, daran sieht man dieses Lebensimpulsierende der Anthroposophie. Das muß eben hinein, nicht eine doppelte Buchführung, wo man auf der einen Seite philiströs «Anthroposophische Gesellschaft» und «Bund für freies Geistesleben» und so weiter einrichtet, sondern wo wirklich das Lebendige geschieht, ohne daß man Abstraktling und Theoretiker wird, ohne daß man an den Haaren herbeizieht das Anthroposophische und immer sagt: Im Anthroposophischen muß Mensch zu Mensch sich finden und so weiter. - Diese Abstraktionen dürfen natürlich nicht eine Rolle spielen, sondern es muß das konkret Anthroposophische hineinführen in dasjenige, um was es sich handelt. Meistens sagt man dann gar nicht: Das ist anthroposophisch oder nicht anthroposophisch, sondern meistens spricht man dann das Wort Anthroposophie gar nicht aus. Das ist auch etwas, was schon notwendig ist, daß man die Sache nicht ins Wortfanatische hineinbringt.

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