Vierter Vortrag
Mit dem modernen Intellektualismus findet man nirgends eine geistige Welt, wenn man ehrlich ist, folglich kann man auch den Christus nicht wirklich begreifen. Der moderne Gebildete begreift auch den Christus nicht, Die Menschen, die sich nun so sehnen, wieder ein Geistesleben zu finden, das sind nämlich ganz bestimmte Seelen. Das sind diejenigen Seelen, in denen zweierlei lebt. Wirklich, in den meisten Seelen derer, die sich in solchen Gesellschaften, von denen hier die Rede ist, zusammenfinden, in denen lebt heute ein Zweifaches: Erstens taucht ein ganz unbestimmtes Empfinden auf in der Seele, das die Menschen nicht beschreiben können, aber es ist da. Und untersucht man es mit den Mitteln, die man in der geistigen Welt hat, dann ist es das Empfinden, das aus früheren Erdenleben herrührt, in denen man aber noch eine geistige Umgebung hatte. Heute erstehen die Menschen, in denen innerlich seelisch etwas rumort von früheren Erdenleben. Wir hätten weder Theosophen noch Anthroposophen, wenn es nicht solche Menschen gäbe, in denen etwas rumort von früheren Erdenleben. Diese Menschen finden sich in allen Schichten unserer heutigen Bevölkerung. Sie wissen nicht, daß das von früheren Erdenleben kommt; aber es kommt von früheren Erdenleben. Dadurch entsteht das Streben nach einem ganz bestimmten Wege, nach einer ganz bestimmten Erkenntnis.
Cite:
GA 258/1923-06-13/p027 · edition original