Im Anbruch des Michael-Zeitalters
Innerhalb der Menschheit wurde nunmehr das Gedankenleben ausgebildet. Man war zunächst unsicher, was man an den Gedanken hatte. Diese Unsicherheit lebte in den scholastischen Lehren. Die Scholastiker zerfielen in Realisten und Nominalisten. Die Realisten - deren Führer Thomas von Aquino und die ihm Nahestehenden waren -fühlten noch die alte Zusammengehörigkeit von Gedanke und Ding. Sie sahen daher in den Gedanken ein Wirkliches, das in den Dingen lebt. Die Gedanken des Menschen sahen sie als etwas an, das als Wirklichkeit aus den Dingen in die Seele hinüberfließt. - Die Nominalisten fühlten stark den Tatbestand, daß die Seele ihre Gedanken bildet. Sie empfanden die Gedanken nur als Subjektives, das in der Seele lebt und das mit den Dingen nichts zu tun hat. Sie meinten: die Gedanken seien nur vom Menschen gebildete Namen für die Dinge. (Man sprach nicht von «Gedanken», sondern von «Universalien»; aber das kommt für das Prinzipielle der Anschauung nicht in Betracht, da Gedanken ja immer etwas Universelles im Verhältnis zu den einzelnen Dingen haben.)