Das Michael-Christus-Erlebnis des Menschen
Wer die von gründlicher Empfindung getragene innere Anschauung von Michaels Wesen und Taten in seine Gesinnung aufnehmen wird, dem wird das rechte Verständnis davon aufgehen, wie eine Welt von dem Menschen zu nehmen ist, die nicht göttlicher Wesenheit oder Offenbarung oder Wirksamkeit, sondern der Götter Werk ist. In diese Welt erkennend blicken, bedeutet Formen, Gestaltungen vor sich haben, die überall laut von dem Göttlichen sprechen; in denen aber selbstlebendes göttliches Sein nicht gefunden wird, wenn man sich keiner Illusion hingibt. Und man wird nicht bloß auf das Erkennen der Welt blicken dürfen. An diesem offenbart sich wohl die Konfiguration der Welt, die heute den Menschen umgibt, am deutlichsten. Wesentlicher für das alltägliche Leben ist aber das Fühlen, das Wollen, das Arbeiten in einer Welt, die in ihrer Gestaltung wohl als göttlich empfunden, aber nicht als göttlichbelebt erfahren werden kann. In diese Welt wirkliches sittliches Leben zu bringen, dazu sind die ethischen Impulse notwendig, die ich in der «Philosophie der Freiheit» gezeichnet habe.