Erste Betrachtung: Vor den Toren der Bewußtseinsseele. Wie Michael seine Erdenmission durch Besiegung Luzifers überirdisch vorbereitet

GA 26/l16/p007 · original (original)

Auf der Heimreise wird er vom Sturm verschlagen. In dem fremden Gebiet, in das er kommt, lernt er einen Mann kennen, in dessen Gefangenschaft sich englische Ritter und auch die Verlobte des englischen Königs befinden. Gerhard gibt alles hin, was er auf der Reise erhandelt hatte, und erhält dafür die Gefangenen. Die nimmt er auf sein Schiff und tritt die Heimreise an. Als die Schiffe dahin kommen, wo die Wege nach der Heimat Gerhards und nach England sich trennen, entläßt Gerhard die männlichen Gefangenen nach ihrer Heimat; die Verlobte des Königs behält er bei sich, in der Hoffnung, daß ihr Bräutigam, der König Wilhelm, sie abholen werde, sobald er von ihrer Befreiung und ihrem Aufenthaltsorte Kunde erhält. In der denkbar besten Art werden die Königsbraut und ihre mitgekommenen Freundinnen von Gerhard gehalten. Sie lebt wie eine vielgeliebte Tochter in dem Hause ihres Erlösers aus der Gefangenschaft. Es vergeht die längste Zeit, ohne daß der König erscheint, sie abzuholen. Da entschließt sich Gerhard, um der Pflegetochter Zukunft zu sichern, sie mit seinem Sohne zu vermählen. Denn es kann geglaubt werden, daß Wilhelm tot sei. Schon ist das Hochzeitsfest für den Sohn Gerhards im Gange; da erscheint auf demselben als unbekannter Pilger - Wilhelm. Er war lange umhergeirrt, um seine Verlobte zu suchen. Ihm wird nach dem selbstlosen Verzicht von Gerhards Sohn seine Braut zurückgegeben. Einige Zeit bleiben beide noch bei Gerhard; dann rüstet dieser ein Schiff aus, um sie nach England zu bringen. Als die wieder zu Würden gekommenen Gefangenen Gerhard zunächst in England begrüßen können, wollen sie ihn zum König wählen. Er aber kann erwidern, daß er ihnen ihr rechtmäßiges Königspaar bringe. Auch sie hatten ja Wilhelm für tot gehalten und wollten einen ändern König für das Land wählen, in dem die Zustände während des Umherirrens Wilhelms chaotisch geworden waren. - Der Kölner Kaufmann schlägt alles, was man ihm an Würden und Reichtümern anbietet, aus und kehrt nach Köln zurück, um dort weiter der einfache Kaufmann zu sein, der er vorher gewesen. - Die Geschichte wird so eingekleidet, daß der sächsische Kaiser, Otto der Erste, nach Köln reist, um den «guten Gerhard» kennen zu lernen. Denn der mächtige Kaiser ist der Versuchung unterlegen, für manches, was er getan hat, auf «irdischen Lohn» zu rechnen. Dadurch, daß er Gerhard kennen lernt, wird ihm an einem Beispiel fühlbar, wie ein einfacher Mann unsägliches Gutes tut - Hingabe aller Waren, die er erstanden, um Gefangene zu befreien; Rückgabe der Braut des Sohnes an Wilhelm; dann alles, was er verrichtet, um diesen wieder nach England zu bringen und so weiter -, ohne irgendwelchen irdischen Lohn dafür zu begehren, sondern alle Belohnung allein von dem Walten der Gottheit zu erwarten. Der Mann heißt im Menschenmunde «der gute Gerhard»; der Kaiser fühlt, daß er einen mächtigen religiösmoralischen Ruck erhält durch die Bekanntschaft mit Gerhards Gesinnung.

Read this passage in another edition
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/26/l16/p007.json
Cite: GA 26/l16/p007 · edition original